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28.02.2021

Beten verändert

Gedanken zum Sonntagsevangelium

Gemälde Verklärung Jesu in St. Albertus Magnus Stein, Marika Popovits (1978), Foto: Pfarrer Alberter

In der Bibel sind Berge oft Orte der besonderen Begegnung mit Gott. Bei der Betrachtung des Evangeliums von der Verklärung Jesu, sind wir eingeladen, mit Jesus auf den Berg zu steigen. Auf diesen Berg der Gegenwart Gottes darf ich meine je eigene Situation mitnehmen, meine augenblickliche Lebenssituation, alles, was mir auf dem Herzen liegt.

Auf diesem Berg mit Jesus und den Jüngern angekommen, strahlt die Herrlichkeit des Herrn durch Jesus. Das Gebet verändert ihn. In diesem Augenblick wird seine Göttlichkeit sichtbar. Er spricht mit den Männern Mose und Elija – mit Mose, dem Führer beim Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, und Elija, dem Wagenlenker. Der Auszug von Mose befreite sein Volk, der von Elija war ein überraschender Übergang in die bessere Welt Gottes. Der bevorstehende Auszug und Durchgang Jesu bringt ewiges Leben durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung am dritten Tag.

In dieses Geschehen hinein ruft Gott: „ Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.“

In den Tagen der Fastenzeit, unterwegs nach Ostern, lädt uns Jesus im Evangelium ein, mit ihm diese Nähe zu Gott zu suchen. Durch ihn, Jesus, strahlt die Herrlichkeit Gottes. Durch ihn, Jesus, kommen auch wir zum Vater. Zusammen mit Jesus auf dem Berg kann ich mir von Gott zusprechen lassen: „Du bist meine geliebte Tochter, du bist mein geliebter Sohn!“ Zusammen mit Jesus auf dem Berg darf ich mich von Gott geliebt wissen, ganz persönlich und grenzenlos. Gottes ganze Liebe gilt mir allein. Er will mit mir auf dem Weg sein, mich aus Not und Unfreiheit in die Freiheit der Kinder Gottes führen. Diese Zusage darf mir Mut machen, meine Lebenssituation, alles, was mir auf dem Herzen liegt, durch Jesus vor Gott auszusprechen – im Gebet. Jesus hat es mir vorgemacht und ermutigt mich, es ihm gleich zu tun: mich immer wieder im Gebet an Gott zu wenden, denn Beten verändert.

Ihr Pfarrer Michael Alberter