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15.01.2023

Großzügig schenken - nach Gottes Art

Foto: F. Imhof

"Wie macht ihr es mit den Sternsingern in eurer Riesen-Pfarrei? Kommen die auf Bestellung? Oder nur zu den Katholischen?" fragen mich manchmal Kolleg/innen. Weil wir in Eibach viele Aktive haben, kann ich voll Freude antworten: "Weder - noch: Wir klingeln und singen überall!" - Meine Kollegin in Röthenbach und mein Kollege in Stein haben eine andere Lösung gefunden: ihre Sternsinger treten in den Altenheimen auf und an öffentlichen Treffpunkten im Pfarrsprengel - mit einem äußerst bunt gemischtes Publikum!

Es käme mir eigenartig vor, wenn wir nur die uns Wohlgesonnenen oder die Mitglieder der eigenen Pfarrei oder auch nur die Christ/innen unter ihnen besuchten. Der Zuspruch "...wir wünschen euch von Herzen gern ein gutes neues Jahr!", gepaart mit der Fröhlichkeit, die unsere Sternsinger/innen verbreiten - das tut doch allen Menschen gut, welcher Konfession, Religion oder Weltanschauung sie auch immer angehören!

Die erste Lesung aus dem Buch Jesaja ermutigt uns zu dieser Praxis und zu einem weiten Horizont. Da hört der Prophet Gott sagen: "Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht der Nationen; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht."

So großzügig ist unser Gott. Das Heil, das er verspricht, geht über Jakob/Israel (die zuerst Berufenen) hinaus. "Auf seine Weisung warten die Inseln", heißt es an anderer Stelle bei Jesaja. - Diejenigen, die isoliert leben, brauchen unser Augenmerk, unsere Zuwendung am Allernötigsten. In unserem Sternsinger-Geschichtenheft lese ich, dass manche der Besuchten Tränen der Rührung in den Augen hatten. Eine Begleiterin erzählte mir nach der Rückkehr: "Wir hatten heute mehrere Seelsorgegespräche." Eine andere brachte es so auf den Punkt: "Die Menschen hungern richtig nach einem Zuspruch...".

Gott hat uns "vom Mutterleib an" dafür geformt, "Licht für die Nationen" zu sein, und mit vielen schönen Gaben ausgestattet. Wir dürfen es also unseren Sternsinger/innen nachtun: Großzügig Freude und Zuversicht verschenken - ohne Ansehen der Person. Unaufdringlich ein offenes Ohr, ein offenes Herz, einen guten Rat, konkrete Hilfe anbieten. Im übertragenen Sinn: "Wir klingeln und singen überall."

Ihre Gemeindereferentin Irene Keil