Erwachsenentaufe

Aus freier Überzeugung

Taufe als Erwachsener

Die meisten Menschen werden als Kinder getauft. Das war früher anders. In der Frühzeit der Kirche wurde die Taufe meisten vornehmlich Erwachsenen gespendet. Aber so exotisch wie viele glauben ist die Erwachsenentaufe auch heutzutage nicht. Immer wieder finden Menschen im Erwachsenenalter den Zugang zum Christentum und bitten um das Sakrament der Taufe.
Der Weg in die katholische Kirche führt bei Erwachsenen über den Katechumenat. Es ist die Zeit der Vorbereitung auf die Feier der Eingliederungssakramente Taufe, Firmung und Eucharistie.
Wenn Sie getauft, gefirmt, in die katholische Kirche aufgenommen werden möchten, dann sollten Sie sich mit Ihrem Ortspfarrer in Verbindung setzen.

Die Vorbereitung auf die Erwachsenentaufe - der Katechumenat

Ab dem Alter von 14 Jahren ist man in Deutschland religionsmündig. Dann kann man selbst entscheiden, ob man getauft werden möchte. Für Jugendliche ab 14 und alle Erwachsenen gibt es eine längere und intensivere Vorbereitungszeit, den sogenannten “Katechuenat”.

Der Katechumenat ist ein längerer Weg der Vorbereitung auf Taufe, Firmung und Eucharistie. Er besteht aus mehreren Phasen und Feiern, die den Glaubensweg begleiten:

 

Stufen des Katechumenates

1. Erstverkündigung:  Erste Begegnung mit dem Glauben und Klärung, warum jemand Christ werden möchte.

2. Katechumenat (Vorbereitungszeit): Dauer meist ein Jahr. Der Taufbewerber wird begleitet, lernt die Bibel, das Gebet, die Liturgie und das Leben in der Kirche kennen.

3. Feier der Zulassung zur Taufe:   Meist am ersten Fastensonntag. Der Bischof bestätigt, dass der Bewerber bereit ist.

4. Zeit der näheren Vorbereitung:   Während der Fastenzeit Vertiefung des Glaubens; Stärkungsriten (Skrutinien) helfen, Versuchungen zu überwinden.

5. Feier der Eingliederung (in der Osternacht):  Taufe, Firmung und Eucharistie werden gleichzeitig gespendet – der Höhepunkt des Weges ist erreicht.

6. Vertiefung:  Nach Ostern lernt der Neuchrist, seinen Glauben im Alltag zu leben.

Beteiligte Personen

Der Bischof: Er ist verantwortlich für die Zulassung zur Taufe.

Pfarrer (ggf. vertreten durch einen Kaplan oder pastorale Mitarbeiter): Organisieren den Katechumenat und begleiten die Bewerber.

Katechumenatsgruppe: Eine kleine Glaubensgemeinschaft, in der Erfahrungen, Fragen und Gebet geteilt werden.

Pate oder Patin:  Unterstützt den Katechumenen persönlich und zeigt, wie Christsein gelebt werden kann.

Pfarrei:  Nimmt den Katechumenen als Teil der Gemeinschaft auf.

Wichtige Inhalte

Im Katechumenat geht es um das Kennenlernen und Erleben des christlichen Glaubens, z. B.:

Wer ist Gott?

Wer ist Jesus Christus?

Was bewirkt der Heilige Geist?

Was bedeutet Vergebung und Umkehr?

Warum ist die Kirche wichtig?

Was sind Sakramente und wie feiern wir sie?

Wie kann man als Christ im Alltag leben und lieben?

Downloads

  • Handreichung-Katechumenat.pdf (PDF) Umfangreiche Handreichung für den Erwachsenenkatechumenat mit zahlreichen konkreten Hilfestellungen, die sich sowohl an haut- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als auch an die Taufbewerber selbst richtet.- © Herausgeber: Bischöfliches Ordinariat Eichstätt
    Download
  • Ordnung für den Katechumenat in der Diözese Eichstätt (PDF) Auszug aus dem Pastoralblatt Nr. 3 (2017), Seiten 107-116
    Download

Fragen zur Erwachsenentaufe

Ab wann spricht man von einer Erwachsenentaufe?

In der katholischen Kirche gilt eine Taufe konkret ab dem vollendeten 14. Lebensjahr als Erwachsenentaufe, da jemand ab diesem Alter als religionsmündig gilt und die Entscheidung zur Taufe selbst, also ohne Zustimmung der Eltern, treffen kann. Bis zum 7. Lebensjahr spricht man von einer Säuglings- oder Kleinkindtaufe, zwischen dem 7. und dem 14. Lebensjahr von einer Kindertaufe. Erst ab 14 Jahren reicht für die Taufe ausschließlich der eigene Wille des Taufbewerbers aus und die Taufe wird als Erwachsenentaufe bezeichnet.

Wenn ich die christliche Konfession wechseln möchte, werde ich da "umgetauft"?

Nein! Bei einem Wechsel der christlichen Konfession wird in Deutschland grundsätzlich keine erneute Taufe („Umtaufe“) vorgenommen, wenn bereits eine gültige Taufe in einer anerkannten christlichen Kirche gespendet wurde.

  • Die Taufe wird zwischen den großen christlichen Kirchen (katholisch, evangelisch, orthodox, usw.) gegenseitig anerkannt, sofern sie mit Wasser „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ vollzogen wurde.
  • Für den Übertritt oder Wiedereintritt genügt der Nachweis der ursprünglichen Taufe, meist durch Vorlage des Taufscheins.
  • Eine zweite Taufe ist nach christlichem Verständnis nicht erlaubt und wird nicht praktiziert („Es gibt nur eine Taufe“).

Ausnahmefälle

  • Wird festgestellt, dass die Taufe nicht nach anerkannten Standards vollzogen wurde (z. B. bei Freikirchen, die nicht “Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes” taufen, also das “Trinitätsformular” nicht verwenden), muss gegebenenfalls eine Taufe nachgeholt werden.

Ich bin Muslim, kann ich Christ werden?

Natürlich. Aber: Christwerden ist ein persönlicher, freier Weg – man kann nicht aus politischen oder asylrechtlichen Gründen um die Taufe bitten. Begleiter sind deshalb angehalten, sensibel und respektvoll vorzugehen, über mögliche Folgen aufzuklären und den Weg offen, aber behutsam zu gestalten.

Kontakt für Fragen rund um die Erwachsenentaufe


	Bild von 
	Pfarrverband Nürnberg-Südwest/Stein
Pfarrverband Nürnberg-Südwest/Stein Pfarrverbandsbüro 0911 671119 pvnsws@bistum-eichstaett.de Herriedener Straße 55, 90449 Nürnberg