„Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, (…), und folge mir nach“ (Mt 16,24). Dieses Wort Jesu finden wir im heutigen Evangelium, nachdem er seinen Jüngern seinen Weg nach Jerusalem zum Leiden, ans Kreuz und in den Tod hinein (und darüber hinaus) offenbart hatte und Petrus in menschlich nachvollziehbarer Art und Weise ihn von diesem Weg aus der Welt abhalten möchte.
Petrus redet aus Sicht der sichtbaren Welt, in der das menschliche Leben und Wohlergehen (zurecht) als oberstes Gut angesehen wird. Dass Jesus den Weg des widerstandslosen physischen Leidens geht, ist nicht nur für Petrus, auch für jeden Christen bis heute ein (rational betrachtet) schwer nachvollziehbares Verhalten, das nur im Glauben erfasst werden kann. Jesus gibt sein irdisches Leben ganz auf und legt es in die Hand seines himmlischen Vaters – „… nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe“ (Lk 22,42).
Und mit der obigen Einladung an alle, die sich Christen nennen, ihm nachzufolgen, ihm nachzueifern – und das bedeutet ja dieses „hinter mir hergehen“ – tun wir uns schwer, denn das hieße ja, sich völlig dem Willen Gottes zu unterwerfen – oder wie es der Apostel Paulus noch drastischer ausdrückt, unsere „Leiber als lebendiges, heiliges Opfer darzubringen…“ (Röm 12,1).
Wer dieses Wagnis eingeht und sich auf den Weg macht aus der sichtbaren Welt in die unsichtbare (geistliche) Welt, der wird es nicht immer leicht haben – er stößt an die Grenzen derer, die nicht in diese Welt sehen und hören und daher das Unsichtbare als nicht existent abtun wollen. Der Prophet Jeremia musste das wie viele andere seiner Zeit und auch heute erfahren – „das Wort des Herrn bringt mir den ganzen Tag nur Hohn und Spott“ (Jer 20,8).
Deshalb bleiben viele zurück, zweifeln an der Umsetzbarkeit der Gebote des Herrn auf dem Weg der Nachfolge – aber wen Gott in seine Nachfolge ruft, der hält es nicht aus, nicht mehr an Gott zu denken, oder, wie Jeremia sagt – „Ich mühte mich, es auszuhalten, vermochte es aber nicht“ (Jer 20,9).
Das ist zunächst keine angenehme Erkenntnis: Mit Gott ist es schwierig in unserem Leben, und ohne Gott geht es auch nicht mehr! Jesus sagt dazu im heutigen Evangelium: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?“ (Mt 16,26). Reichtum, materieller Besitz, das alles ist nett, aber nichts wert – oder nach Kohelet „Windhauch“ - gegen das, was ein Leben in der Gemeinschaft mit Gott verheißt:
Wer glaubt und ausharrt in so manchen Anfeindungen, der weiß sich einerseits geborgen in der Liebe Gottes, die ihn in seinem Alltag begleitet, ja die Widerstände des Lebens bieten sogar die Chance, im Gebet und der eigenen Reflektion immer tiefer in die Nachfolge Jesu zu gelangen – seinem Willen nach zu handeln. Und dann ist da noch die ewige Dimension: Die Verheißung, dass jeder, „der mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt“ (Röm 10,10), gerettet werden wird und teilhaftig sein wird an der Herrlichkeit und Gemeinschaft mit Gott. Welcher weltliche „Lohn“ kann sich dieser Verheißung nahen?
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