Luxus für alle – oder einfach genug zum Leben?

Gedanken zum heutigen Evangelium

In der heutigen Leistungsgesellschaft provoziert das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg: Wie kann es sein, dass jemand, der nur eine Stunde arbeitet, den gleichen Lohn bekommt wie der, der den ganzen Tag gearbeitet hat?

Aber Jesus wollte mit seinem Gleichnis nichts über gerechte Bezahlung oder gar Tarifverträge aussagen, ihm ging es um das Himmelreich und um eine Beschreibung, wie Gott ist.

Ein anderes Wort für das Himmelreich ist Paradies. Hierzu gibt es ein Lied von Bosse, das ich Ihnen heute ans Herz legen möchte. Hier ein paar Zeilen aus dem Liedtext von “Das Paradies”:

Es gab dort genug für alle, und alle war′n sich genug
Keine Depression und kein Selbstbetrug
Niemand musste dort im Mittelmeer ersaufen
Niemand schlief im Winter auf Asphalt

Ich sah nicht einen Patriarchen, der Scheiß war vorbei
Kein Bodyshaming, noch Hetze und Gewalt
Keine Schubladen, alle Chancen war'n gleich
Die Leute dort war′n glücklich und nice

Am Eingangstor stand "Peace
Komm rein und genieß"
Die Luft dort war klar
Der Himmel türkis

Das war das Paradies…

Gleich der Anfang des Liedes stellt auch den Bezug zu meinem ausgewählten Bild her: „Es gab dort genug für alle“ führt mich unmittelbar zur Frage: „Wie viel ist (dir) genug?“ 

Hier sind wir bei der Bedeutung des Denárs aus dem Evangelium angelangt. Zur Zeit Jesu war ein Denár soviel Geld, wie man für einen Tag zum Leben brauchte. Und Leben meint hier nicht nur Überleben, also die Nahrung für einen Tag, es war auch Kleidung und Unterkunft mit inbegriffen. 

Wenn also der Gutsbesitzer im Gleichnis jedem einen Denár bezahlt, dann gibt er jedem genug zum Leben. Übertragen heißt das: Gott gibt jeder und jedem von uns genug zum Leben, egal wann wir zu ihm finden oder uns von ihm finden lassen.

Wenn das keine frohe Botschaft ist!

Ihr Gemeindereferent
Matthias Bögl