Zu leicht vergessen wir, dass wir in Gottes Hand sind. In stürmischen Zeiten, wenn die Wellen des Schicksals zu groß werden, befällt uns der Zweifel über seine Nähe. Allein mit uns selbst, mit unserer begrenzten Kraft, wächst mehr die Angst als das Vertrauen. Aber müssen wir uns deshalb hilflos fühlen? Die Wellen des Sturmes, der über unser Leben hereinbrechen kann, lassen sich nicht verändern. Aber wir können uns ändern. Statt zu verzagen, hilft es weiter, auf die rettende Hand Gottes zu vertrauen. Jesus ermutigt dazu im Evangelium.
"Habt Vertrauen, ich bin es; Fürchtet euch nicht!" Dieses Trostwort Jesu an die Jünger in ihrer Angst vor dem Untergang ihres Bootes spricht Jesus allen zu, die ihr Leben plötzlich bedroht sehen. Wie bei dem von den Jüngern erlebten Seesturm, bei dem Gottes Hand durch Jesus rettend eingreift, kann sie auch uns zu Hilfe kommen in höchster Not. Wie Petrus, dürfen auch wir dann Jesus zurufen: „Herr, rette mich!“ Und Jesu Antwort darauf: „Komm!“ gilt ebenso uns. Diesem "Komm!" folgen, es für sicherer zu halten als das im Wind schwankende Boot, solch mutiges Vertrauen hält uns über Wasser. Vielleicht müssen wir es öfter üben, aus dem Boot scheinbarer Sicherheit und Machbarkeit auszusteigen und in der Bedrängnis nach Gottes rettender Hand zu greifen.
Wer so zu allen Zeiten sein Leben in Gottes Hand legt, kann wie Margarete Seemann im folgenden Gedicht sich zum Bekenntnis durchringen: "Wenn es noch so bitter käm' und mir die Welt das Letzte nähm' - Ich glaub an dich! Und wenn es noch einmal so schwer, noch härter und noch bänger wär' - Du trägst auch mich!“
Alois Ehrl, Domkapitular i. R.
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